Der Publizist C. A. Loosli (1877-1959) verstand sich als Berufsschriftsteller und war der Meinung, «ernstzunehmende Schriftstellerei sei ein Beruf, der nicht dazu diene, das ‘Schöne’ in den erfolgversprechendsten Genres zu produzieren, sondern öffentlich das Notwendige zu sagen» (Zitatnachweise zu diesem Abschnitt siehe hier). Entsprechend war ihm der ästhetische Aspekt des Schreibens bloss eine Funktion seines ethischen Anspruchs. Ob er für einen Text eine als «Literatur» geltende oder eine Sachbuchform wählte, war für ihn eine Frage des publizistischen Ziels, das er verfolgte, nicht eine Dienstleistung an Markt, Publikum und Karriere. Die Sendung des Schriftstellers sei die «immerdar tätige, ausstrahlende, aufwertend befruchtende Edelmenschlichkeit», hat er denn auch einmal geschrieben. Ein solcher Autor wird in der Deutschschweiz als Literat nicht kanonisiert. Entsprechend ist er und der grösste Teil des Werks nach seinem Tod 1959 schnell in Vergessenheit geraten.
Zwischen 2006 und 2009 habe ich als Mitherausgeber für die siebenbändige C. A. Loosli-Werkausgabe des Rotpunktverlags gearbeitet. Zusammen mit dem Loosli-Biografen Erwin Marti als Experten und Andreas Simmen als Produzenten lernte ich als Redaktor des Projekts Looslis Leben und Werk auf grosser Breite kennen. Auch darob bin ich ein wenig zum Looslianer geworden.
*
• Welt aus dem Lot. Zu C. A. Looslis Roman «Die Schattmattbauern». WOZ Nr. 29+30 / 2006.
• Robert Walsers ungestümer Bruder. Eine biografische Skizze. Mittelland-Zeitung, 29. 11. 2006.
• C. A. Looslis Glaube. Neue Wege Nr. 2 / 2007.
• Loosli und die Rentsch-Ausgabe von Gotthelf Werken. Loosli aktuell, Nr. 3 / 2012.
• Wo ist Ferdinand Hodler zur Welt gekommen? – Erstveröffentlichung, 30. 7. 3018.
• Wer verhalf Carl Spitteler zum Literatur-Nobelpreis? C. A. Loosli-Facebookseite, 5. 5. 2019.
• Wie Spitteler und Hodler Freunde wurden. C. A. Loosli-Facebookseite, 8. 5. 2019.
• Fredi Lerch / Dominik Müller [Hg.]: Carl Albert Loosli, Jonas Fränkel: «…dass wir beide borstige Einsiedler sind, die zueinander passen». Aus dem Briefwechsel, 1905-1958. Unter Mitarbeit von Jael Bollag und Erwin Marti. Zürich (Chronos Verlag) 2022 (siehe auch hier).
• Carl Albert Loosli-Stele enthüllt. Journal B, 24. 5. 2022.
Die Website «Textwerkstatt Fredi Lerch» versammelt journalistische, publizistische und literarische Arbeiten aus der Zeit zwischen 1972 und 2022, ist abgeschlossen und wurde deshalb am 15. 1. 2024 zum zeitgeschichtlichen Dokument eingefroren.
Vorderhand soll die Werkstatt in diesem Zustand zugänglich sein, längerfristig wird sie im e-helvetica-Archiv der Schweizerischen Nationalbibliothek einsehbar bleiben. Teile des Papierarchivs, das für die vorliegende Website die Grundlage bildet, sind hier archiviert und können im Lesesaal der Schweizerischen Literaturarchivs eingesehen werden.