Die Berner Bewegung der Zufriedenen

«Dass Du mich gar nicht verstehst! Welche Verblendung ist über Dich gekommen! Obschon Besitz das grösste Hindernis ist, kommst Du und wagst es, mir in allem Ernst diesen Vorschlag zu machen. Hör zu: Ich werde nicht in jenes Schloss ziehen, ich werde das Geld der Gräfin nicht annehmen, ich bin arm und bleibe arm. Verstehst Du denn nicht, was dieser Vorschlag eigentlich bedeutet? Man will uns ‘eingliedern’ in die Gesellschaft, um uns unschädlich zu machen. Wir sind Störung und Stachel für alle, die in Behaglichkeit leben wollen. Aber wir sind Aussenseiter, wir müssen es bleiben, wir dürfen uns nicht anpassen, wir müssen das sichtbare Zeichen für den anderen Weg sein.» (Luise Rinser: «Bruder Feuer»)

Als damals, im September 1982, die «Stiftung Bewegung Schweiz» (SBS) sich der Öffentlichkeit vorstellte, war man sich in der darniederliegend dahindarbenden Berner Jugendbewegung insofern einig, dass man natürlich viel schwächer sei, als man das wahrhaben wolle. «Aber immerhin sind wir noch viel stärker, als das die ganze restliche Welt von uns meint», meinte die Mehrheit. Selbstverständlich konnte die Stiftung in dieser Phase der dialektischen Selbstanalyse vorderhand keinen unmittelbaren Einfluss auf die weitere Entwicklung der Dinge nehmen. Sie war es denn auch zufrieden, einige arme Gift-Brüder an die Gestade Portugals reisen zu lassen und im übrigen geduldig Schritt für Schritt das Vertrauen der weniger pflegeleicht-bewegten Sozialfälle zu erringen.

Wer erinnert sich nicht noch der denkwürdigen Ereignisse, die dann den Spätherbst des Jahres 1982 beherrschten und darin gipfelten, dass Berns unerschrockener Polizeichef sich vor der Reithalle emphatisch das Hemd bis auf den Nabel aufriss und so die heranbrausenden Massen der stürmenden Bewegler erwartete, um ihnen das historisch gewordene Wort zuzurufen: «Ich bin der, der die Polen besiegte. Nur über meine Leiche erstürmt ihr die Reithalle», worauf ein besonnener Bewegler das ebenso historische Wort zurückrief: «Macht aus Albisetti um Gotteswillen keinen Winkelried, sonst geht er wirklich noch in die Geschichte ein». Worauf dann der Sturm auf die Reithalle abgebrochen worden ist.

Niemand hätte erwartet, dass sich die edle Stifterin der SBS, Frau Elsbeth Steiner, gerade in dieser stürmischen Zeit regelmässig –allerdings zuerst noch inkognito in einer dezent geschlossenen Lederjacke und mehreren grasgrünen Strähnen im Haar – hospitierenderweise an die Vollversammlungen der Bewegung zu begeben gedenken würde. Aber sie gedachte. Und sie kam jeweils nicht allein: Sie wurde begleitet von einem älteren Herrn in provozierend zerrissenen Jeans und einer Frisur, die jedem anspruchsvolleren Punker zur Ehre gereicht hätte. Aber erst dadurch, dass auf seinem Leibchen in schönster schulmeisterlicher Schrift geschrieben stand: «Pestalozzi ist tot. Lasst Scheiben klirren mit Kopf, Herz und Hand!», fand ein findiger Journalist heraus, dass es sich um den Stiftungsratspräsidenten der SBS, den Direktor des Muristalden-Seminars, Herrn Theo Brüggemann, handeln musste. Das Erlebnis dieser Vollversammlungen muss ihn übrigens tief beeindruckt haben. Kurz vor Weihnachten sprach er in einem Interview mit der «Weltwoche», das mit «Wie wir die Berner Bewegung gängeln werden» überschrieben war, von den «beeindruckenden basisdemokratischen Entscheidungsstrukturen der Bewegungs-Vollversammlung», die «ganz und gar von ureidgenössischem Geist durchdrungen» sei.

Kurz vor Weihnachten konnte die Stiftung dann der «Berner Telefonzytig» mit 4300 Franken unter die Arme greifen, die mit diesem Geld auf fünf Telefonlinien expandierte und in der Folge – wie ja allgemein bekannt ist – immer mehr ein ernstzuehmender Konkurrent der Lokalredaktionen des «Bunds» und der damaligen «Berner Zeitung» wurde. Als «einzige Konzession an die blindwütigen Geldschütter der handgestrickten Stiftung» (wie sie meinten), sangen am 24. Dezember drei Redaktoren der Telefonzytig alle Strophen von «O du fröhliche» durch die Drähte, was dann Anfang Januar 1983 dazu führte, dass sich der Synodalrat sämtlicher kinderfreundlichen Kirchen von Restbern in einer mutigen Pressemitteilung für eine bedingungslose Widereröffnung des AJZ’s aussprach. Im einzelnen führte er aus: «Wo man Weihnachtslieder singt, da lass dich ruhig nieder, böse Bewegler kennen keine Weihnachtslieder.» Was wiederum dazu führte, dass einer der missverstandenen Redaktoren im nächsten Bulletin der Telefonzytig mit sonorem Bass die «Internationale» zu singen versuchte, mit dem Text aber nicht über die zweite Zeile hinauskam, die erste Strophe noch halbbatzig auf «da-da-da» fertigprösmelte und dann den Versuch abbrach.

Mitte März 1983 trat die bewegte Videogruppe «Das autonome Objektiv», von allen Kulturredaktionen der Stadt freundlich angekündigt, im Kellerkino mit ihrem Erstling «Bern und wir» an die Öffentlichkeit, nachdem die SBS in drei Raten mit insgesamt 12600 Franken zum guten Gelingen des Projekts beitragen gedurft hatte. Stiftungsratsmitglied Andreas Blum führte nach der Uraufführung des Films zuhanden des «Drahtziehers» wörtlich aus: «Gegenüber früheren, unausgegoren-polemischen Streifen, wie zum Beispiel ‘Züri brännt’ oder ‘Betonfahrten’, beeindruckt mich an diesem neusten filmischen Opus aus Kreisen der Jugendbewegung vor allem die erstaunliche Subtilität der verinnerlichten Weltschau.»

Den ersten durchschlagenden Erfolg buchte die SBS aber dann im wunderschönen Monat Mai 1983, als es ihr nach zähem Ringen hinter den Kulissen gelang, den Berner Gemeinderat und die ehemalige Trägerschaft des AJZ’s nach mehr als einjährigem Unterbruch wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Mit wachsender Anteilnahme verfolgte die Berner Bevölkerung die nicht mehr abreissenden Verhandlungsrunden, und zum ersten Mal seit langer Zeit durften die Reithalle-Freaks unter den Beweglern wieder hoffen.

Mittlerweile hatte die Sani-Drogen-Gruppe mit Geldern der SBS an der Kramgasse ein Büro mieten können. Des weiteren erhielt die Gruppe einen monatlichen Beitrag von einem anonym bleiben wollenden «Verein für die Entgiftung und Humansanierung der Münsterplattform», der es ermöglichte, das Büro halbtags zu besetzen und im Durchschnitt pro Monat zwei bis drei Gift-Brüder und -Schwestern zur Erholung nach Portugal zu schicken. Bereits diskutierte man, ob nicht auch überarbeitete Bewegler gegen einen bescheidenen Selbstbehalt von 150 Franken für vierzehn Tage nach Portugal geschickt werden könnten. An der mittlerweile legendär gewordenen Vollversammlung vom 19. Juni erschien dann das Stiftungsratsmitglied Markus Ryffel persönlich, obschon er damals gerade für den interkontinentalen 3624-Meter-Lauf trainierte, in dem er drei Wochen später auf Celebes ein Rudel Halbwilde aus der Vierten und Fünften Welt in Grund und Boden zu rennen gedachte, um der Vollversammlung den Stiftungsratsentscheid in dieser Sache mitzuteilen. Im roten, mit mehreren Schweizerkreuzen versehenen Trainingsanzug, sich permanent durch leichtes Tänzeln lockernd, unter den eisigen Blicken schmelzender Punkerinnen ein wenig zu süsslich lächelnd, führte er aus: «Yeah Boys änd Görls, ohne Pöntsch läuft nichts, schaut mich an. Zwei Wochen Portugal für jeden von euch, das ist gebongt. Und wenn ihr zurückkommt, dann ziehen wir zusammen einige echt hevi Äkschens durch. Es müssen ja nicht gerade Scheiben gehen, wir können  zum Beispiel zusammen einen Leichtathletikclub gründen oder einen Lauf quer durch Bern für alle Bewegler organisieren, und übrigens seid ihr nach der VV im Wendy zu einem Hämbörger eingeladen, Yeah.» An der Vollversammlung herrschte an jenem Abend die Meinung vor: «Wenn die so naiv sind, uns Ferien zu spendieren, bitte sehr.» Anfang Juli reiste dann die erste Gruppe von Beweglern zwecks Bekurung ihrer Stressgeschwüre nach Lissabon. Die Anti-Drogen-Gruppe hatte auch diese Reise zur Zufriedenheit der Beteiligten organisiert,

Nachdem die Sleep-In-Leute innert knapp zehn Monaten mit Hilfe von Geldern der Kirche und der SBS problemlos die dritte Lohnerhöhung durchgesetzt hatten, konnten auch die Arbeitsgruppen Knast und U-Haft der Versuchung, sich finanziell zu sanieren, nicht länger widerstehen. Auf einem vielbeachteten Flugblatt formulierten sie am 1. August 1983: «Was schert es uns, woher der Stutz für unsere Arbeit kommt? Wenn wir von bürgerlichen Profilneurotikern, deren politische Naivität und menschliche Eitelkeit gleichermassen zum Himmel schreien, Geld nehmen, so heisst das für uns: Wir schädigen den Klassenfeind, indem wir sein Geld für den Kampf gegen seine Klassenjustiz verwenden.» Beeindruckt ob dieses markigen Kreditbegehrens bezahlte die SBS den beiden Arbeitsgruppen je 3000 Franken in bar, wobei sie gemeinsam einen interdisziplinären Ausschuss beriefen, der abklären sollte, welche Chance eine kommunale Initiative zur Vergrösserung der Fenster am Berner Amtshaus hätte. Leider kam der Ausschuss zu einem negativen Ergebnis.

Mehr Glück hatte die Arbeitsgruppe Werkstatt, die seit der AJZ-Schliessung ohne Bleibe und so praktisch lahmgelegt war. Dank ebenso massiver wie diskreter Unterstützung des Rotary- und des Lionsclubs, und dank dem unermüdlichen Einsatz der SBS-Stiftungsratsmitglieder Frau Smara Losinger und Herr Hans Graf, dem städtischen Bauinspektor, konnte eines der drei noch nicht luxusrenovierten Häuser im Matte-Quartier erstanden werden. Im September ’83 zügelten die Werkstattleute ihre Maschinen und Gerätschaften von der Reithalle in die Matte hinunter und bereits im Oktober führten sie erste kleine Reparaturarbeiten im Quartier zur Zufriedenheit der an höchste Ansprüche gewöhnte alt-68er-Kundschaft aus.

Trotz der ausgesprochen regen gemeinnützigen Tätigkeit wies die Geschäftsrechnung der SBS nach dem ersten Betriebsjahr, vor allem, dank der beneidenswerten Beziehungen der edlen Stifterin zur schweizerischen Hochfinanz, einen Überschuss von 1,376 Millionen Franken aus. Der neu angeschaffte Computer der Unterabteilung «Buchhaltung» der Abteilung «Finanzen» der SBS kommentierte das Ergebnis –EDV-gesteuert – folgendermassen: «Im Kampf gegen die subproletarische Slum-Bildung in der Stadt Bern konnten erste Erfolge erzielt werden. Es gelang vor allem durch Umbenennung der sog. ‘Sozialen Wiedereingliederungsmassnahmen’ in AAPP’s (alternativ-autonome Pilot-Projekte) einen grossen Teil der latent revolutionären Kräfte sozio-kulturell einzubinden.» Nachdem die Generalversammlung den Geschäftsbericht gutgeheissen hatte, konnten in einem weiteren Traktandum die neugegründeten Sektionen Basel und Zürich offiziell in die SBS aufgenommen werden.

Während des ganzen Sommers dauerten die langwierigen Verhandlungen zwischen der Ex-AJZ-Trägerschaft, dem Gemeinderat und der SBS an. Gewisse Schwierigkeiten für eine Wiedereröffnung der Reithalle bildeten im Herbst nur noch die Arbeitsgruppen Teestübli und Beiz, deren latente Neigung zum exzessiven Ausschank von Alkohol und Shit-Tee gerade auch auf Seiten der edlen Stifterin zu Bedenken Anlass gab, immerhin hatte sie über zwanzig Jahre mitgeholfen, eine Firma für Weinimport en gros aufzubauen. Nach langen Diskussionen erklärten sich die beiden Arbeitsgruppen bereit, sich aus der Reithalle zurückzuziehen, nachdem ihnen für den autonomen Betrieb des KuKuZ von der ABS Mindestlöhne und eine Defizitrisikogarantie von jährlich bis zu 100000 Franken zugesichert worden war. Danach war in den Verhandlungen der Weg frei für die sogenannte «Zauberformel», die der Vorsteher des Jugendamtes, Victor Riedi, bereits einige Monate zuvor in einem Interview mit dem damals neuentstandenen «Berner Tages-Anzeiger» (vormals «Berner Zeitung») vorgeschlagen hatte: Die ehemalige Trägerschaft sollte um fünf Stiftungsratsmitglieder der SBS, die Gemeinderätin Frau Geiser-Imobersteg und die Herren Fahndern Huber eins, zwo und drei verstärkt und die Reithalle so schnell wie möglich wieder eröffnet werden. Gleichzeitig bezahlte der Gemeinderat die ersten 100000 Franken des – gegen den rechtsbürgerlichen Widerstand im Stadtrat –bewilligten, aber wegen der bisherigen Nicht-Wiedereröffnung des AJZ’s gesperrten Betriebskredits für das Jahr 1983 auf das Konto der neu konstituierten Trägerschaft.

Am rauschenden Wiedereröffnungsfest der Reithalle am 4. Dezember 1983 konnte im offiziellen Teil Stadtpräsident Bircher Glückwünschtelegramme aus der ganzen Schweiz, namentlich von Bundesrat Furgler, Regierungsrat Gilgen (Zürich) und Regierungsrat Facklam (Basel) verlesen. Für Tanz und Unterhaltung sorgten danach unter anderem zwanzig ohrenbetäubende Minuten lang auch die Musiker der Punkgruppe «Rollende Steiners». Der einziger Zwischenfall ereignete sich, als sich der altgediente Bewegler F. erfrechte, die neugestrichene Fassade des AJZ’s mit «FAULER ZAUBER» zu besprayen und ihm dabei das Trägerschaftsmitglied Huber zwo in die Quere kam. Nach einer kurzen, aber heftigen Auseinandersetzung um die Frage, wer wann respektive wo wie autonom sein dürfe – wonach beide blutige Nasen hatten –, sah man sie gemeinsam in das an jenem Abend vom blauen Kreuz betriebene Beizchen «Ex-Bier-Stübli» zum Lindenblütentee schreiten. Kolportiert wird, dass Stiftungsratspräsident Brüggemann diese Szene mit Tränen der Rührung beobachtet habe.

Ebenfalls im Dezember bewilligte die SBS für das neue Drehbuch der Videogruppe «Das autonome Objektiv» – Arbeitstitel: «Bern und wir, Folge 2» – einen Beitrag von 50000 Franken. Weitere 20000 Franken bezahlte der Verkehrsverein Bern und 15000 Franken spendete der «Verein Beton gehört hinter Kunstsandstein». Dazu kamen von anonymer Seite – Insider vermuteten prominente Geschäftsherren aus der Altstadt – weitere 76428 Franken 27.

Am 2. Januar 1984 erschien im «Bund» in der Rubrik «Zum neuen Jahr» ein Aufsatz des Berner Fürsorgedirektors Bratschi unter dem Titel «Gefreute Berner Jugend»: «Gerne gestehen wir ein», führte er darin aus, «dass es auch private Initiative war, auf der ja, um es wieder einmal ganz deutlich zu sagen, der Fortbestand unseres gesamten Gemeinwesens fusst, die den Dialog zwischen uns, den nicht immer verstandenen Kämpfern an der realpolitischen Front, und jenem ungestümen Teil unserer Berner Jugend, die sich ‘Bewegung’ nennt, wieder in Gang brachte. Dank dem unermüdlichen Einsatz von Gruppierungen wie der ‘Stiftung Bewegung Schweiz’ konnte bei den Jugendlichen das Vertrauen endlich wieder hergestellt werden, das auf ihrer Seite für jede Kompromissbereitschaft die Voraussetzung war. Heute ist in dieser Stadt auch die aufmüpfige Jugend wieder eine gefreute Jugend. Und dafür wollen wir dankbar sein.» In der gleichen Ausgabe des «Bunds» wurde unter «Unglücksfälle und Verbrechen» eine Pressemitteilung des Stadtbernischen Glasermeisterverbands dokumentiert, wonach die Nachfrage auf dem Sektor «grosse Schaufensterscheiben» für das Jahr 1983 um mehr als die Hälfte zurückgegangen sei.

Heute ist der 16. Januar 1984 und ich hatte diese kleine Chronologie der bewegten Ereignisse seit der Schaffung der SBS zuhanden der «Drahtzieher»-Sitzung von heute Abend zu schreiben. Da an der Sitzung auch die edle Stifterin der SBS und weitere Stiftungsratsmitglieder teilnehmen wollen, haben wir sie vom doch sehr heruntergekommenen KuKuZ in der Lorraine ins «Casa d’Italia» verlegt. Das Gespräch zwischen den Drahtziehern und der SBS soll rein informellen Charakter haben, aber, wie inoffiziell bereits durchsickerte, wollen die SBS-Leute immerhin durchzusetzen versuchen, dass ein Stiftungsratsmitglied, wenn möglich der Chef der Abteilung «Öffentlichkeitsarbeit», als «gleichberechtigter Redaktor im Team akzeptiert» werde. Als Gegenleistung will die Stiftung dem «Drahtzieher» eine Halbtagsstelle bezahlen. Büroräumlichkeiten haben sich durch einen glücklichen Zufall an der Kramgasse, direkt neben dem Büro der Sani-Drogen-Gruppe, die man unterdessen in der Bewegung liebevoll als «unser Reisebüro» bezeichnet, gefunden.

Zum Schluss sei mir eine persönliche Bemerkung erlaubt: manchmal finde ich trotz allem, es habe eine Zeit gegeben, in der es einfacher gewesen sei, in der Bewegung mitzumachen; jene Zeit, als ich noch wusste, wogegen ich war und darum auch wusste, wofür ich kämpfte. Was haben wir bloss falsch gemacht?

Datierung des Typoskripts: «14.-17.9.[1982]». Originaltitel: «Wie die Berner Bewegung der Unzufriedenen doch noch mächtig und reich wurde. Eine denk-anstössige Chronologie». Dass dieser Text das späteste Stück im Zangger-Konvolut ist, hat einen Grund: Auf 1. Oktober 1982 bin ich nach Zürich gezogen, um dort als Redaktor der «WochenZeitung WoZ» zu arbeiten.

Die hier aufs Korn genommene «Stiftung Bewegung Schweiz» hat es tatsächlich gegeben. Sie ist am 9.5.1994 aus dem Handelsregister gelöscht worden, wo sie zuvor, ihrer Bedeutung entsprechend, in allen vier Landesprachen eingetragen gewesen war («Fundaziun Movimaint Svizzer» für die AJZ’ler von St. Moritz, Davos und Arosa). – Es gehört zur Zeitgeschichte der Stadt Bern, dass das Reitschulareal dann tatsächlich – am 31. Oktober 1987 – wieder von den Jugendlichen besetzt worden ist und seither in bemerkenswerter Selbstverwaltung als Kulturzentrum betrieben wird. Die «Stiftung Bewegung Schweiz» hat dabei keine Rolle gespielt.