Literarisches

Also doch! Auch ich! Die meisten halbbackenden Schurnis sind ja, kaum schaut man sie genauer an, verdruckste, narzisstisch gekränkte Literaten, die sich mit Todesverachtung durch die Niederungen der kulturindustriellen Sprachschrott- und -müllhalden zum reinen Ton ihres ersten Buchs vorrobben.

Ich geb’s zu. Irgendwie war ich auch immer so einer. Deshalb muss hier die Frage geklärt werden, was denn «literarisch» heissen soll am hier zusammengetragenen «Literarischen».

Dies: Ich habe diese Texte geschrieben ohne Verwertungsabsichten; zumeist ohne die Absicht, sie verkaufen respektive sie innerhalb des Marktes – der Kassenhäuschenwelt, die «Literatur» bedeutet –«veröffentlichen» zu wollen. (Die Ausnahme bildet der Gedichtzyklus «Echsenland», dem ich hier Gastrecht gewähre, obschon er mir seinerzeit als Buch mehrere hundert Franken eingebracht hat). 

«Literarisches» heisst hier also grosso modo: aus professioneller Sicht in den Sand gesetzte Arbeit. Im besten Fall sprachhygienische Etüden, andernfalls Ausschuss. 

Oder vielleicht so: Unter «Literarischem» sind hier jene meiner Texte versammelt, die aus keinem anderen Grund als trotzdem entstanden sind. Nicht mehr und nicht weniger. – Eigentlich auch nach dem zweiten Nachdenken nicht. 

 

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Engagierte Literatur in der Schweiz. Schautafel innerhalb der Ausstellung «Frischs Fiche», Strauhof Zürich, 10.6.-20.8.2017.

Eben erschienen:  Flückiger / Krethlow / Tobler [Hrsg.]: Bern 70 (Edition Atelier) 2017.
Darin: Literatur aus der Enge. Zur Berner Literaturszene der 1970er Jahre.