Zeitgeschichtliches

In den gut drei Jahrzehnten, in denen ich nun (auf meine Art) Journalismus mache, hat er sich mehr als ich mich verändert. Die Meinungspresse ist untergegangen, dem Journalismus ist jede parteiliche Sicht auf die Dinge ausgetrieben worden. Den Courant normal dessen, was heute als öffentlich relevant zu gelten hat, bestimmt das Agenda-Setting der PR-Industrie. Und der unterdessen verschulte journalistische Berufsstand ist stolz auf ein Selbstverständnis, das davon ausgeht, sich von der PR das Was und das Wie vorgeben zu lassen, sei die Conditio sine qua non für den eigenen unbestechlichen Blick auf die Wirklichkeit.

Eine unterdessen antiquierte journalistische Tugend war, Themen nur dann zu bearbeiten, wenn man ein Vorwissen hatte. Sich auf Themen zu spezialisieren, war Teil des Berufs. JournalistInnen ohne Hintergrundwissen, ohne zeitgeschichtliche Interessen in ihren Themenbereichen wären keine gewesen.

Ich habe mich zumeist mit kultur- und sozialpolitischer Zeitgeschichte befasst, weil ich meine Themen immer wieder in diesen Bereichen gefunden habe: Mich hat immer interessiert, mit welchen Werten und Bildern im Kopf die Menschen unter welchen Bedingungen gelebt haben – und zwar nicht irgendwo auf der Welt, sondern dort, wo ich heute unter konkreten Bedingungen mit meinen Werten und Bildern im Kopf lebe.

Aktuell

Neue Texte

• Berns Leichenbitterin, die reich wurde. Die Geschichte von Elisabeth Ochs (1791-1864) (Teil 1 + Teil 2)

Wird Bümpliz wieder rot? Die Geschichte der Linken in Bern West.

Engagierte Literatur in der Schweiz. Schautafel innerhalb der Ausstellung «Frischs Fiche», Strauhof Zürich, 10.6.-20.8.2017.

Eben erschienen:  Flückiger / Krethlow / Tobler [Hrsg.]: Bern 70 (Edition Atelier) 2017.
Darin: Literatur aus der Enge. Zur Berner Literaturszene der 1970er Jahre.

Die Feier zu Michail Bakunins 203. Geburtstag.

Wassernot im grössten Freiluftgefängnis. – Informationsabend zur Situation in Gaza.

• Lindita Salihus Geschichte von Flucht und Ankunft (Teil 1 + Teil 2)

• Zur Bedeutung des Archivs für Agrargeschichte in Bern (Teil 1 + Teil 2 + Teil 3).