Journalistisches

Öffentlich zu schreiben begonnen habe ich 1981 als Gesinnungstäter: Unter dem Pseudonym «Anatol Jeremia Zangger» schrieb ich journalistische Texte, die literarisch sein wollten und heute immerhin noch von zeitgeschichtlichem Interesse sein mögen.

Auf 1. Oktober 1982 trat ich als Redaktor der Infolink-Genossenschaft bei, die damals seit einem Jahr die WochenZeitung (WoZ) herausgab. Dort arbeitete ich neunzehn Jahre lang immer wieder an der Schnittstelle zwischen den Ressorts «Inland» und «Kultur». Ich befasste mich regelmässig mit sozialpolitischen Fragen, die ich an Einzelfallgeschichten zu konkretisieren versuchte, und mit Literaturschaffenden und ihrer Arbeit insoweit, als sie sich mit der gleichen Wirklichkeit auseinanderzusetzen versuchten, die ich selber nach und nach besser kennenlernte. 

Im Lauf der Jahre ist meine journalistische Arbeit wohl professioneller geworden. Doch das, was als «journalistische Professionalität» gilt, war für mich nie ein erstrebenswertes Ziel. Weder im Kalten Krieg die Professionalität im Dienst einer opportunistischen «Objektivität» noch später das Postulat, professionell seien jene, die in jeder Situation kompetent wüssten, nach welchem Mund sie zu schreiben hätten, haben mich überzeugt. Ich bin insofern ein Gesinnungstäter geblieben als ich einen Journalismus pflege, den ich für anwaltschaftlich halte. 

Seit 2002 arbeite ich als «freier» Journalist und Publizist in Bern. Dass der «freie Journalismus» seither den Rückzugsgefechten der Printmedien-Industrie weitgehend zum Opfer gefallen ist, ist eine Tatsache. Immerhin bleibt so – solange ich es mir leisten kann – die Zeit, hier (für mich als Rechenschaftsbericht) mit jenen Texten, die passabel gealtert sind, ein zeitgeschichtliches Panorama zu bauen, das über meinen Weg, meine Zeit und mein bisschen Welt Auskunft geben soll. 

Ein Teil der Archivmaterialien, die in den achtziger und neunziger Jahren in der WoZ-Aussenstelle Bern von Urs Frieden, Marie Josée Kuhn, Johannes Wartenweiler und mir zusammengetragen wurden, sind heute im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich einsehbar, und zwar unter «Subkultur Bern» (Ar 472), «Strafvollzug» (Ar 473), «Kinder der Landstrasse» (Ar 474) und «Kulturboykott/CH91» (Ar 475). 

Aktuell

Neue Texte

An der Schnittstelle von Zahlen und Menschen. Die VBG-Finanz- und Personaladministratorin Bekira Veladzic.

Der Tellerjongleur von der Schlossstrasse 87a. – Berufsporträt des Quartierarbeiters Jörg Rothaupt.

Die VBG wurde im Tscharnergut erfunden. – Berufsporträt von Otto Wenger, dem Leiter des Quartierzentrums im Tscharnergut.

Tamedia: Drohung mit der Arbeitsqualität.

Tamedia: Jetzt geht es um die Medienvielfalt.

• Berns Leichenbitterin, die reich wurde. Die Geschichte von Elisabeth Ochs (1791-1864) (Teil 1 + Teil 2)

Engagierte Literatur in der Schweiz. Schautafel innerhalb der Ausstellung «Frischs Fiche», Strauhof Zürich, 10.6.-20.8.2017.

Eben erschienen:  Flückiger / Krethlow / Tobler [Hrsg.]: Bern 70 (Edition Atelier) 2017.
Darin: Literatur aus der Enge. Zur Berner Literaturszene der 1970er Jahre.