Im Brombeergestrüpp

 

Freundlich geschottert schwingt sich der Weg an der Flanke.

Schlaglöcher ja, aber mehr als den Misstritt riskiert hier keiner,

denn wenig bedrohlich sind Strecke und Landschaft.

Erhobenen Haupts trägt man seinen bescheidenen Trotz,

immer ging’s irgendwie weiter ohne den Schwenk

auf die hart begradigten ebenen Pisten des Zentrums.

Keiner soll sagen, man komme, geführt im Vertraun

auf die uralten Werke der Erosion, nicht ans Ziel.

So trägt man den frei gewählten Eigensinn weiter,

und tritt über eine der Kuppen aus einer der Kurven

und stockt: Jetzt steht man, nach so langer Zeit, unvermittelt

am Ende des Wegs. Man steht vor der brombeerverwachsenen

Wand und weiss: Das war’s und zur Umkehr ist’s

längstens zu spät. Man denkt an den übriggebliebenen

Notproviant, und man steigt übers erste Dornengestrüpp,

man steigt übers zweite und dritte und geht ohne Richtung

und Ziel ins Dickicht und hofft, was nicht hilft und

nicht schadet: Geh ich verloren, so doch nicht mir selbst.

 

(15.1.2012; 28.12.2016)